Brasilien hat das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur nach einem einstimmigen Votum im Senat offiziell ratifiziert. Dieser historische Pakt soll eine der weltweit größten Handelszonen mit über siebenhundert Millionen Verbrauchern schaffen. Während Luiz Inacio Lula da Silva das Abkommen vorantrieb, führt Emmanuel Macron weiterhin den französischen Widerstand gegen den Vertrag an. Paraguay ist nun das letzte Gründungsmitglied des südamerikanischen Blocks, dessen Parlament dem Abkommen noch zustimmen muss.Das seit 25 Jahren verhandelte Abkommen sieht die schrittweise Abschaffung von Zöllen auf über neunzig Prozent des Handels zwischen den Blöcken vor. Ursula von der Leyen bestätigte die Absicht der EU zur vorläufigen Anwendung trotz rechtlicher Bedenken einiger europäischer Abgeordneter. Der brasilianische Agrarsektor erhofft sich durch den erleichterten Export von Fleisch und Soja ein erhebliches wirtschaftliches Wachstum. In Europa bleiben jedoch Umweltstandards und der Einsatz von Pestiziden in Südamerika hochumstrittene Themen der politischen Debatte.Davi Alcolumbre lobte die Entscheidung des Senats als Zeichen der institutionellen Reife der größten Volkswirtschaft in Lateinamerika. Der Vertrag umfasst dreißig Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und verbindet siebenundzwanzig europäische Mitgliedstaaten mit der Region. Da Argentinien und Uruguay bereits zugestimmt haben, hängt die vollständige regionale Umsetzung nur noch von der Entscheidung in Paraguay ab. Diplomaten gehen davon aus, dass Teile des Handelsvertrags bereits in wenigen Monaten wirksam werden könnten.Tereza Cristina betonte die Notwendigkeit des Abkommens in einem globalen Umfeld, das zunehmend von Protektionismus und Fragmentierung geprägt ist.
Frankreich fordert strengere Importkontrollen in den Häfen und die Einhaltung europäischer Umweltregeln durch die südamerikanischen Partner. Das Abkommen wird die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Kontinenten durch den Abbau langjähriger Handelshemmnisse grundlegend verändern. Alle Beteiligten blicken nun auf den letzten parlamentarischen Schritt in Asuncion zur vollständigen Inkraftsetzung der Partnerschaft.